Presse

Petit Cochon in der Zeitung

Hier findest du die Zeitungsartikel, in denen über petit cochon berichtet wurde.

BERLIN HEUTE

Kleidung für Dreckspatzen

Die Kindermodemanufaktur „Petit Cochon“ hat sich mit frech-nostalgischen Looks einen Namen gemacht. Dafür bekam das Label den Green Buddy Award 2025

Eine Überraschung war es nicht, dass „Petit Cochon“ mit dem Green Buddy Award 2025 geehrt wurde. Endlich, könnte man sagen. Überraschend ist eher, dass die Tempelhofer Kindermodemanufaktur die Auszeichnung nicht schon früher bekommen hat. Mit dem Green Buddy Award zeichnet der Bezirk Tempelhof-Schöneberg Jahr für Jahr Initiativen und Unternehmen aus, die sich in den Bereichen Nachhaltigkeit und Umweltschutz engagieren.

Nachhaltigkeit ist der Markenkern von „Petit Cochon“. „Durch intelligente Schnitte wie beim LoopBody, der bis zu drei Größen mitwächst, wird der Bekleidungskonsum deutlich reduziert – das spart Ressourcen, verringert Kohlenstoffdioxid-Emissionen und bietet Familien eine langlebige, faire Alternative zur Wegwerfmode“, heißt es in der Begründung des Handelsverbandes Berlin, der den mit 2000 Euro dotierten Preis in der Kategorie Einzelhandel als Kooperationspartner des Bezirks gesponsert hat.

„Wir haben schon auf Nachhaltigkeit geachtet, als das anderswo noch kein Thema war“, sagt Selina Schweiker, eine der beiden Geschäftsführerinnen von „Petit Cochon“. Die kleine Manufaktur steht für mitwachsende Kinderkleidung Made in Berlin, sämtliche Stoffe kommen aus der Europäischen Union, vornehmlich aus Deutschland.

Eine Architektin und eine Journalistin gründeten 2012 das Geschäft in Tempelhof

„Angefangen hat alles mit einfachen Pumphosen“, erzählt Selina Schweiker (43), „dann kam der Wollanzug dazu“. Von Beruf Architektin, kannte sie sich mit Zeichnungen aus, und das Tüfteln an Schnittmustern machte ihr Freude. Nach eigenen Entwürfen nähte sie daheim für ihre Kinder Kleidungsstücke, die in der Kita oder auf dem Spielplatz wegen ihres frech-nostalgischen Looks und der langen Bündchen manchen Blick anderer Eltern auf sich zogen.

Auch die damalige Fernsehjournalistin Friederike Sirin (55), selbst Mutter dreier Kinder, wurde so auf die „Lieblingssachen, die mitwachsen“ aufmerksam. „Du musst das größer aufziehen“, riet sie Selina Schweiker, die bis dato über einen kleinen Onlineshop nur einzelne Stücke an Freunde und Bekannte verkauft hatte. 2012 gründeten die beiden Frauen ihr gemeinsames Unternehmen, stellten die erste Näherin für ihre Manufaktur ein, erweiterten den Webshop um einen Laden.

„Unsere ersten Kreationen – Knickerbocker und Wichteljacke, Anzug, Schlupflatzhose und Michelmütze – haben wir bis heute im Sortiment“, sagt die vierfache Mutter Selina Schweiker. Rund um diese Klassiker wuchs die Kollektion peu à peu. Heute kleidet Petit Cochon Kinder bis zum Alter von maximal zehn Jahren von Kopf bis Fuß ein. Den Babybody, den sie 2021 auf den Markt brachten, meldeten Selina Schweiker und Friederike Sirin sogar zum Patent an.

Mitwachsend sind die Stücke einerseits durch die Schnitte, andererseits durch die Materialien. Die langen dehnbaren Bündchen an Ärmeln und Beinen sind umklappbar, bei den Hosen ist der Platz im Schritt großzügig bemessen. Die Jacke kann erst wie ein knielanges Mäntelchen getragen werden, später reicht sie dem Kind bis knapp über die Hüfte. Alle Kleidungsstücke sind aus natürlichen Materialien wie Leinen, Baumwolle und Wolle oder aus einem atmungsaktiven, elastischen Kaschmir-Micromodal-Mix. Farben und Schnitte sind unisex, damit die Kleidung von einem an das nächste Geschwisterkind weitergegeben werden kann.

„Wir kopieren keine Erwachsenenkleidung mit Zierknöpfen hier und Litzen da, sondern lassen alles weg, was man nicht braucht“, erklärt Selina Schweiker. Stattdessen gibt es an der Knickerbocker riesige Innentaschen „für Stifte oder Kastanien“. Die Kleidung sei schön und alltagstauglich zugleich. Das spiegelt auch der Firmenname „Petit Cochon“ wider: Der bedeutet aus dem Französischen übersetzt nämlich nicht nur kleines Schwein, sondern auch Dreckspatz.

Katrin Starke

BERLIN LIVE

Wenn die Kinderkleidung mitwächst

Die Testpersonen sind ihre Kinder. Sechs sind das insgesamt, Jungen und Mädchen. Und wenn die Hosen, Pullis, Jacken den Spielplatz-, Kindergarten- und Schulhof-Check bestanden haben und dann auch noch an die jeweils kleineren Geschwister weitervererbt werden können, dann ist genau das erreicht, was Friederike Sirin und Selina Schweiker mit ihrem Modelabel „Petit Cochon“ erreichen wollen. Und erreicht haben. Denn längst hängen die Kreationen nicht mehr nur in den Kleiderschränken ihrer eigenen Kinder.

Seit März 2013 haben die beiden ihren kleinen Laden am Tempelhofer Kaiserkorso 1. Doch den Namen und auch die Mode, die gibt es schon viel länger.

„Ich habe schon immer die Sachen für meine Kinder genäht“, sagt Selina Schweiker. Die 32-Jährige ist eigentlich Architektin. Sie hat drei Kinder. Irgendwann stellte sie fest: Mit dem Architekturprogramm auf ihrem Rechner zu Hause kann man nicht nur Häuser entwerfen sondern auch Schnittmuster für Hosen gestalten.

Also nähte sie, entwarf und verbesserte die Mode am lebenden Modell: ihren Kindern. „Wir kennen uns aus der Kita. Ich habe die Sachen ihrer Kinder gesehen und wollte die einfach auch haben“, sagt Friederike Sirin. „Schon damals habe ich mich gefragt, warum sie das mit den Klamotten nicht größer aufzieht.“

Zunächst nur einen Online-Shop

Die 45-Jährige arbeitete beim Fernsehen, war lange beim ZDF „Morgenmagazin“, wollte aber gern etwas anderes machen. Und Selina Schweiker fand allein einfach nicht den richtigen Moment für den großen Schritt. Zu zweit haben sie ihn dann unternommen. 2012 schlossen sie sich zusammen.

Erst wurde der Shop nur online gestartet, dann eröffneten sie im vergangenen Jahr den kleinen Laden. Hauptsächlich auch, weil für die Bestände, die es inzwischen gab, ein anderer Ort als die Wohnung von Friederike Sirin her musste. „Das stapelte sich irgendwann bei uns zu Hause, das ging nicht mehr.“

Drei Frauen nähen nun jene schönen Stücke für Kinder von null bis sechs Jahren, die Selina Schweiker selbst entwirft. „Eine unserer Näherinnen macht die Hauptarbeit, hier um die Ecke. Aber irgendwann brauchten wir aufgrund der steigenden Nachfrage einfach noch Unterstützung für sie.“

Anfangs kannten die beiden jeden, der ihre Sachen kaufte. Dann ging es aber ziemlich schnell „schneeballmäßig los“. Heute haben sie Kunden in Schweden, in Österreich, in der Schweiz. Darunter viele Stammkunden. „Oft kommen Touristen zu uns in den Laden, die sich vorher ganz gezielt über unsere Öffnungszeiten informiert haben“, sagt Friederike Sirin. Häufig sind Großeltern da, die von ihren Kindern, die in einer anderen Stadt wohnen, beauftragt wurden, etwas einzukaufen.

Die Textilien sind weich. 100 Prozent Baumwolle. „Wir kaufen so gut wie alle Stoffe in Deutschland“, sagt Selina Schweiker. „Die Ökobilanz unserer Sachen ist ziemlich gut.“

Beliebt bei Eltern ist der Effekt, dass die Kleidungsstücke lange genutzt werden können, also geradezu mitwachsen. Die Teile haben lange Bündchen, die sich dehnen und umzuschlagen sind, so wird die Kleidung an die Größe der Kinder angepasst. Aus Kleidern können so zum Beispiel auch Pullis werden. Die Preise für die meisten Stücke liegen um die 30 Euro. Ein ganzer Wollanzug für die Kleineren liegt bei 69 Euro.

Schön oder gemütlich? Beides!

„Bei vielen Dingen ist es sogar egal, ob man es vorwärts oder umgedreht trägt“, sagt Selina Schweiker. Das ist echte Wohlfühlmode, das sieht man bei den Kindern, das fühlt man, wenn man die unterschiedlichen Modelle anfasst. Oft gilt ja: schön oder gemütlich. Petit Cochon kann beides.

So gut, dass die Mütter neidisch werden auf die Mode ihrer Kinder. „Oft werden wir gefragt, ob wir die Modelle nicht auch für Große machen können“, sagt Friederike Sirin und lacht. „Ich habe Selina schon so oft gefragt, ob sie dieses oder jenes Kleid nicht auch mir mal schneidern kann.“ Sie zieht ein kleines Kleidchen hervor und man kann sich gleich gut vorstellen, wie das als Erwachsenen-Teil aussähe.

„Petit Cochon“ heißt übrigens „kleines Schwein“. „Aber auch ‚Dreckspatz‘. Das verdeutlicht, was wir wollen: Unsere Sachen soll man benutzen können“, sagt Selina Schweiker. Und das darf man den Stücken ruhig ansehen.

Petit Cochon – Kaiserkorso 1, Tempelhof, www.petit-co-com, Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Freitag und Sonnabend von 11 bis 14 Uhr, ab Oktober auch donnerstags von 15 bis 18 Uhr

Von Britta Klar

LEBEN

Petit Cochon: Nachhaltige Kleidung, die jahrelang mit den Kleinen mitwächst

„Petit cochon“: Das heißt „kleiner Dreckspatz“ und steht für Kinderkleidung, die bis zu drei Jahre mitwächst. Dafür sorgen umkrempelbare Bündchen, die sich automatisch an die richtige Stelle schieben.

Eingefallen ist das zwei Müttern aus Tempelhof, der Architektin Selina Schweiker und der ehemaligen TV-Journalistin Friederike Sirin. Als „schlicht, geschmackvoll und simpel“ beschreibt Sirin die Kleidung in gebrochenen Farben, die in Berlin von zwei Näherinnen in Heimarbeit angefertigt wird.

„Unser Stil ist eher nostalgisch und inspiriert von den 1930er-Jahren oder der Nachkriegszeit. Vielleicht auch ein bisschen Bullerbü“, sagt die dreifache Mutter.

Die Kleidung ist absichtlich schmucklos, um sich von der Überdosis an Details abzuheben, die Kindermode häufig auszeichnet. Auch die Zahl der Muster bleibt begrenzt: Karos, Streifen, Pünktchen oder Sterne zieren die Kleidung. Spaß machen die Klamotten trotzdem: Durch die Kängurutaschen an Pullovern und Hosen können die Kids durchgreifen und in ihnen Steinchen oder Tannenzapfen verstauen.

„Wir wollen, dass man gezielt Sachen kauft, die länger passen“, erklärt Friederike Sirin das Konzept für nachhaltige Kleidung, die am Kaiserkorso 1 erhältlich ist.

Im Programm ist auch eine Recycling-Hose, zu der die beiden alte Jeans umarbeiten. Bei der Rohstoff-Gewinnung binden sie ihre Kunden mit ein: Wer fünf Erwachsenenjeans bringt, darf eine Kinder-Recycling-Jeans mitnehmen. Alle anderen Stoffe, vor allem Baumwolle, Wolle, Viskose und Leinen, stammen aus deutscher Produktion mit Öko-Tex-Siegel.

Dass bin ich

„Schön, was Neues entstehen zu lassen“

In dieser Rubrik stellt jemand sich und seinen Beruf vor.

In dieser Ausgabe: Selina Schweiker Beruf: Mit-Inhaberin der Kinder-Modemarke „petit cochon“

Ich habe für meine zweite Tochter gerne Hosen genäht, als sie klein war. Viele Leute haben mich darauf angesprochen. Sie wollten sie gerne kaufen. Also habe ich eine Website erstellt. Und ein paar Hosen genäht. Eine Käuferin fragte, ob ich da nicht ein größeres Geschäft draus machen will. Meine Antwort: Ja, wenn du mir hilfst. Diese Kundin war Friederike. Sie ist jetzt die andere Inhaberin von „petit cochon“.

Lieblings-Sachen

Wir waren beide enttäuscht von der Kinder-Kleidung, die man in den üblichen Läden kauft. Wir wollten das besser machen. Darum machen wir jetzt „Lieblings-Sachen, die mitwachsen“. Die Bündchen an Armen und Beinen kann man umklappen. Wächst das Kind, klappt man sie eben nicht mehr um.

Architektin

Früher wollte ich Stuntfrau werden. Gefährliche Sprünge in Filmen machen, die sich die Schauspieler nicht trauen. Doch ich bin Architektin geworden. In dem Beruf habe ich bis vor ein paar Monaten noch gearbeitet. Jetzt bin ich nur noch für unseren Laden da. Und für meine Familie. Ich mache eben, was mir Freude bereitet.

Jeder Tag anders

Ich denke mir Schnitte für neue Kleidungs-Stücke aus. Ich überlege, welche Stoffe dazu passen. Ich mache Fotos von unserer Kleidung. Mit oder ohne Kinder. Ich kümmere mich um den Online-Shop. Ich packe Pakete mit Bestellungen und helfe Kunden im Laden. Jeder Tag ist anders. Jede Woche ist anders. Und das ist gut so.

Bestätigung

Letztens war ein Pärchen mit sehr kleinen Drillingen bei uns. Die haben drei Wollanzüge gekauft. Wir haben schon Fotos von den Kindern in unserer Kleidung bekommen. Es ist schön, was Neues entstehen zu lassen. Und dann zu sehen, dass sich unsere Kunden so freuen. Eine super Bestätigung.

Spaß haben

Zukunfts-Pläne? Ich möchte gerne noch eine Möbel-Serie für Kinder entwerfen. Ein paar Teile gibt es schon. Wir wollen uns weiter entwickeln und einfach weiterhin Spaß haben!

Architektin Eine Architektin denkt sich aus, wie ein Gebäude aussehen soll. Oder der Teil eines Gebäudes. Sie plant, wie es gebaut werden muss. Und sie achtet darauf, dass das richtig gemacht wird.